Gemeinde =

Was ist eigentlich gemeint, wenn wir von „Gemeinde“ oder „Kirche“ sprechen? Eine Veranstaltung? Ein Gebäude? Oder was?

Gemeinde = Gottesdienst am Sonntagmorgen.

Zwar trifft sich (ein Teil) der Gemeinde am Sonntag mit Freunden und Gästen zu einem Gottesdienst. Jedoch: das ist nicht die Gemeinde – es ist „nur“ eine Veranstaltung. Gottesdienst will ermutigen, Glauben im Alltag zu leben, Gottes Zuspruch und Weisung geben, Anbetung und Gemeinschaft ermöglichen, neue Ausrichtung bieten und vieles mehr. –Aber: Gottesdienst ist nicht „die Gemeinde“.

Gemeinde = ein Haus.

Gemeinde ist ein lebendiger, mobiler Organismus, der „Leib Christi“ – aber keine „Immobilie“ (lat. unbeweglich). Es ist wunderbar, dass wir als Leib Christi, als „seine“ Gemeinde, ein schönes Haus nutzen können, das uns viele Möglichkeiten bietet, ihm zu dienen. – Aber: das Haus ist nicht „die Gemeinde“.

Gemeinde = Mitgliedstreffen.

Natürlich ist es schön, wenn wir uns sehen, miteinander reden und Gemeinschaft haben. Oder in Mitgliederversammlungen über die Belange der Gemeinde beraten und entscheiden. Da könnte man meinen, Gemeinde ist nur dann, wenn wir zusammen sind. – Aber: auch das Beisammensein ist nicht „die Gemeinde“, jedenfalls nicht nur.

Gemeinde ist, wo jeder von uns ist, wo jeder Einzelne lebt und arbeitet, lacht und leidet, weint und atmet – denn Jesus Christus ist durch den Heiligen Geist in jedem von uns. Gemeinsam sind wir sein Leib und gemeinsam sind wir – jeder an seinem Platz – seine Zeugen. Wer uns sieht, sieht „Gemeinde“. Wer uns erlebt, erlebt „Gemeinde“. Immer. Rund um die Uhr. Und zwar einfach so, wie wir sind.
So gesehen, können wir gar nicht zur oder in die Gemeinde gehen, weil Gemeinde immer dort schon ist, wo wir gerade sind. Wie wäre es, wenn wir uns gegenseitig  noch stärker dabei ermutigen und unterstützen, Gemeinde im Alltag zu sein?
Denn Gemeinde ist Gottes „Erfindung“ und die weltweit einzige lebendige Organisation, die unter Gottes Schutz steht und die als Leib Jesu Hoffnung für unsere Welt ist. Jeden Tag. Überall.

„Warst du am Sonntagmorgen in der Gemeinde?“

 

„Ich muss noch die Gemeinde abschließen.“